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News / 13. March 2009 - 15:31 Uhr

ebay, statt ZVS

Elitetürme

Nach der Abschaffung des ZVS wollen die Hochwschulen ihre neugewonne Freiheit wieder loswerden. Streng marktwirtschaftlich, versteht sich. Die Hochschulen hatten sich in der Vergangenheit regelmäßig über das bürokratische Monster der Zentralen Vergabstelle für Studienplätze (ZVS) beschwert. Alle Universitätsplätze mit Zulassungsbeschränkung wurden dort zentral über die Noten vergeben. Die Neoliberalen Idiologen konnten solchen “Sozialismus” nicht auf sich beruhen lassen und setzten Hochschuleigene Auswahlverfahren erstmal für einen Teil der Studienbewerber durch. Proffesoren sollen nun über den Lebensweg der Studienbewerber und deren Eignung entscheiden. Jeder Studierende kann sich ja mal an seinem Fachbereich umsehen, wieviele der Proffesoren für die Lehre geeignet sind. Das sind die gleichen, die über die Eignung der Studienbewerber entscheiden... Zahlreiche Studien weisen nach, dass die Wahl nach Noten das kleinste Übel unter den Auswahlverfahren ist. Siehe zum Beispiel den Reader “Auswahlverfahren und Hochschulzugang” des fzs. Trotzdem behauptet die Proffesorenschaft, dass sie in einem Interview die geeigneten Kandidaten erkennen. Dabei gilt das Interview als das schlechteste Auswahlverfahren. Nach dem man nun frisch ans Werk gegangen ist stellt man nun verblüfft fest: Die Studienbewerber bewerben sich nicht mehr an einer Stelle, sondern an mehreren gleichzeitig. Aber nur für eine hat sich das Verfahren gelohnt. Alle anderen hatten eine Menge Aufwand an Zeit und Geld – für nichts. Das passte nun auch wieder nicht. Also rief man die Bundesministerin für Wissenschaft auf den Plan, Frau Schavan (CDU). Die wollte zwar das Hoschschulrahmengestz abschaffen, weil es überflüssig sei. Nun soll sie das Problem erledigen und erarbeitete mit Vertretern der Kultusminister (KMK) und der Hochschulen (HRK) einen Kompromiss. Ihre Lösung bezeichnet die GEW (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft) nun nicht als das Papier Wert, auf das es gedruckt ist. Zum einen kommt er zu spät, weil er erst zum WiSe 2010/11 in Kraft tritt. Dabei bleiben aktuell Studienplätze unbesetzt, bei gleichzeitigen Fachkräftemangel. Zum anderen besteht er nur aus einer Angleichung der Bewerbungsfristen und einem Internetportal. Selbstverständlcih alles freiwillig. Es kann also weiter jeder wie er will vor sich hinmurksen und sein Ego austoben. Für die GEW ist das ebay für Studienplätze und erinnert nochmal an das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Numerus Clausus: “Das Grundrecht auf Berufswahlfreiheit in Artikel 12 des Grundrechtes schließt ein Recht auf Hochschulzulassung ein.” Aktuell verwehren die Proffesoren die Nutzung eines öffentlichen Gutes nach persönlichem ermessen. fri