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News / 26. April 2010 - 22:00 Uhr

Studie stellt erneut massive Missstände im Bildungssystem fest

Durchschnittsstudent

Das Deutsche Studentenwerk hat die 19. Sozialerhebung veröffentlicht. Diese Studie untersucht die soziale Lage von Studierenden und kommt wiederholt zu einem erschreckenden Ergebnis. Sie zeigt beispielsweise, dass an Hochschulen der AkademikerInnennachwuchs weitgehend unter sich ist. Von 100 AkademikerInnen-Kindern studieren 71, von 100 Kindern aus Familien ohne akademische Tradition studieren nur 24. Im Vergleich zur letzten Studie ist dies zwar ein leichter Rückgang von AkademikerInnenkindern, eine grundlegende Verbesserung ist jedoch nicht zu erkennen.

Studierende haben durchschnittlich in der Woche einen Zeitaufwand von 36 Stunden in der Uni abzuleisten. Durch die unzureichende Finanzierung und die daraus resultierende Notwendigkeit, neben dem Studium zu Jobben sowie den Zeitaufwand für Vor- und Nachbereitung steigert sich die Wochenarbeitszeit auf mehr als 50 Stunden. Die Studie zeigt auch, dass Studierende niedriger sozialer Herkunft verstärkt jobben müssen um anfallende Studiengebühren aufbringen zu können. „Seminare aus Interesse zu besuchen, das Aneignen einer Sprache oder der Blick über den Tellerrand werden damit verhindert,“ meint Michael Moschke, Sprecher der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften.

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Durch festgelegte, auf ein Turbostudium angelegte, Regelstudienzeit haben Studierende weniger Zeit sich neben dem Studieren auf gesellschaftlich wichtige Themenfelder zu konzentrieren. Wie sollen Menschen selbstständige, kritische und hinterfragende Menschen bleiben, wenn die Bildung sie nur zu eine Funktion ausbildet: Humankapital, das auswendig lernen kann.
(AStA TU und FU Berlin)