Themen


Dossiers


News / 18. November 2009

Über 85.000 demonstrierten für bessere Bildung (UPDATE)

Demonstration Bildungsstreik

Heute protestierten im Rahmen des Bundesweiten Bildungsstreiks erneut über 85.000 SchülerInnen, Studierende und Auszubildende in Deutschland dezentral in über 60 Städten für ein besseres Bildungssystem. Diese Forderung wurde europa- und weltweit in mehreren Ländern geteilt. Neben Demonstrationen fanden Kundgebungen, Hörsaal-Besetzungen und weitere Aktionen statt.

Der Widerstand der akademischen Verwaltung und des Senats der FU hat sich erst dann gegen das politische Mandat der Studentenvertretung gerichtet, wenn sich Resolutionen kritisch mit den politischen Verhältnissen in der Bundesrepublik befaßten oder Kritik an befreundeten Nationen enthielt. Die Gruppe der FU-Gründer, die sich nun gegen das politische Mandat wendet, scheint sich den Ressentiments der akademischen Verwaltung gegen diese Praxis des Konvents angeschlossen zuhaben, wenn sie ihr eigenes politisches Verhalten in der Vergangenheit aus dem Gedächtnis verdrängt." (AStA FU Berlin 1967, S. 385) 1

Anhand von zwei Beispielen soll die Entwicklung verdeutlicht werden:

Am heutigen Aktionstag, der gleichzeitig der >“

und Auftakt des aktions- und protestreichen “heißen Herbstes”Die Gründung der FU 1948 ...

Auch wenn der Anlaß der Gründung der FU antikommunistischer Natur ist: Es existiert auch eine antifaschistische Komponente.

Gründungsstudent Klaus Heinrich erinnert sich 1967:

des Bildungsstreiks ist, demonstrierten Studierende und Schüler_innen unter anderem in Berlin (15.000), München (10.000), Wiesbaden (13.000), Freiburg (6.000), Köln (5.000) und Jena (1.500). In Braunschweig, Nürnberg-Erlangen, Bonn, Passau, Augsburg besetzten Studierende Hochschulhörsäle. Mit zahlreichen kreativen Aktionen machten Schüler_innen und Studierende in den Innenstädten Passanten auf die Missstände im Bildungswesen aufmerksam.

“Wir hatten die Lehre der NS-Zeit verstanden, die heute wieder vergessen ist: daß die politisierte Universität [im Sinn einer staatlichen Instrumentalisierung] identisch ist mit der vermeintlich unpolitischen. Wir wollten das politische Bewußtsein des Universitätsbürgers, es allein garantierte uns die Freiheit der Universität, die stellvertretend stand für dieProtest ist schon längst i freie Gesellschaftnternational.”

(Heinrich 1967, S. 94) 5

So waren an der FU schlagende Verbindungen bis 1958 verboten.

... und die Folgen einer Unterschriftensammlung 1959:

Auch auf europäischer markierte der 17. November 2009 einen wichtigen Tag. Als Teil der “Global Week of Action”Am 12.02. beschließt der Konvent eine Unterschriftensammlung für eine Petition an den Deutschen Bundestag. Darin werden die Parlamente und Regierungen aufgefordert, nationalsozialistische Richter, Staatsanwälte und Ärzte aus ihren Ämtern zu entlassen.

Aus diesem Anlaß richtet der Akademische Senat am 25.02. einen “Ausschuß für politische Meinungsäußerung akademischer Gremien” ein. Von diesem Ausschuß muß sich der AStA nun sogar Schreiben an andere ASten genehmigen lassen.

Beispiel 2: Wiederbewaffnung und Wiedervereinigung

Eine Befragung zur Wiederbewaffnung 1950 ...

fanden u.a. in Italien (150.000 Menschen über 50 Städten), in Österreich, in Frankreich (in über 20 Städte), in der Schweiz und in Polen Kundgebungen, Demonstrationen und Schulblockaden statt. Außerdem gab es Proteste in Städten in Ungarn, den USA und einigen asiatischen Ländern. Unter dem internationalen Motto “Education is NOT for $A£€!” wurde in den vergangenen Tagen zudem weltweit vielfältig und entschlosDas politische Engagement war willkommen, solange es mit dem herrschenden System konform ging, solange es zum Beispiel eine Unterstützung der Wiederaufrüstung bedeutete. 1950 konnten unangefochten in einer Befragung, die 53,3 Prsen gegen die Kommerzialisieruozent der 5500 Immang und Privatisierung von öffentlichetrikulierten der r Bildung protestiert. In ÖsFreien Universität erfaßte, folgende Suterreich und Deutggestivfragen gestschland besetzen seit Wocheellt werden:n Studierende Hörsäle in ihren Hochsmiserablen Bildungsbedingungen und einen fehlenden freien Zugang zu Bildung aufmerksam zu machen.

  1. Über 13.000 Menschen in Berlin auf der Straße

    Haben die Prinzipien, die dem einzelnen das Recht zur Verteidigung von Freiheit und Leben einräumen, nach Ihrer Meinung dieselbe uneingeschränkte Geltung bei einem echten Notstand eines ganzen Volkes? Ja 88,6%, Nein 8,4%

  2. Halten Sie einen solchen Notstand durch das Vorgehen des Bolschewismus für gegeben? Ja 92,2%, Nein 4,7%
  3. Mit einer kraftvollen Demonstration forderten 13.000 Schüler, Studierende und Beschäftigte eine kostenlose und selbstbestimmte Bildung. Trotz massiven Protesten in Sommer wurden die Forderungen des Bildungsstreiks ignoriert. “Offenbar ist die Politik nicht bereit grundlegende Veränderungen im Bildungssystem vorzunehmen, solange wir sie nicht dazu zwingen. Unser Protest wird weitergehen. Wenn die Herrschenden nicht bereit sind, uns eine demokratische und soziale Bildung zu ermöglichen, müssen wir sie uns eben erkämpfen”, erklärt Florian Bensdorf von “Bildungsblockaden einreißen!”Erscheint Ihnen ein deutscher Verteidigungsbeitrag als das geeignete Mittel, diesem Notsand zu begegnen? Ja 78,6%, Nein 16,4%" (Damerow, Furth, Greiff u.a. 1968, S. 13) 3
  4. mit Blick auf die Besetzungen von Hörsälen in über 50 Universitäten in Deutschland.

    ... , ein Schreiben an den VDS 1954 ...

    Bundesinnenminister Schröder schrieb an den VDS (Verband Deutscher Studentenschaften):

    “Der Tag der deutschen Einheit kann seine Bedeutung nur erhalten, wenn er wesentlich von der deutschen Jugend getragen wird. Ich wäre deshalb sehr dankbar, wenn durch alle Verbände, in denen die deutsche Jugend sich zusammengefunden hat, am Abend des 16. Juni gemeinsam Veranstaltungen aus Anlaß des Tages der deutschen Einheit (Kundgebungen, Fackelzüge) durchgeführt werden würden.” (Schröder 1954) 15

    "Es ist ein Skandal, dass unserem Protest mit repressiven Polizeieinsätzen beantwortet werden! Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit den Besetzer_innen von über 50 Hochschulen in Deutschland —... und die Folgen des “Studentenkongresses gegen Atomrüstung” 1959:

    gerade den von der Polizei geräumten Aktivist_innen u.a. in Münster, Marburg und Duisburg!"

    In einer Resolution wird die atomare Aufrüstung der Bundeswehr abgelehnt und eine internationale Rüstungskontrolle gefordert. Die Forderung nach Gesprächen zwischen Bonn und Ost-Berlin über Umrisse eines Friedensvertrages und eine Konföderation wird zum Skandal.

    Im “Kursbuch 12”Die Schulstreik-Initiative befürchtet massive Einsparungen und Privatisierungen im Bildungssystem. “ von 1968 wird die Reaktion folgenderDas deutsche Bildungssystem maßen beschrieben:ist schon jetzt eines der sozial selektivsten Erten regelmäßig struktureller Rassismus attestiert. Anstatt die längst überfälligen Veränderungen einzuleiten, plant die schwarz-gelbe Bundesregierung, die Bildungschancen mit sogenannten ,Zukunftskonten' noch stärker vom Portemonnaie der Eltern abhängig zu machen>&<#8221;blockquote

    , kritisiert Florian Bensdorf von der Initiative “Bildungsblockaden einreißen!”

    “Ein Musterbeispiel [...] war die publizistische Behandlung des Studentenkongresses [...] Durch das sowjetische Berlin-Ultimatum vom 27. November 1958, das in seine Vorbereitungszeit fiel, erhielt er besondere, aktuelle Bedeutung. Die Berliner CDU erklärte das Vorhaben von vornherein zu einer 'politischen Instinktlosigkeit': 'Es ist eine abenteuerliche Einfalt, den Westmächten und der Bundesregierung, die den Schutz Berlins garantiert und bestätigt haben, vorschreiben zu wollen, mit welchen Mitteln sie die Freiheit und Unantastbarkeit Berlins gewährleisten sollen.'&Wiesbaden (Hessen): 13.000 S#8221tudierende, SchülerInnen und; LehrerInnen demonstrieren für Umdenken in der Bildungspolitik

    (Damerow, Furth, Greiff u.a. 1968, S. 14 f) 3

    Überrascht von den heftigen Reaktionen distanzieren sich der Akademische Senat und Rektor Schenck vom Kongreß.

    Der Vietnamkrieg, die 68er-Bewegung und das roll back

    Der Konvent der FU beschließt 1967 eine Vietnam-Resolution. Darin erklärt er seine Solidarität mit dem Vietcong und den protestierenden Studenten in den USA. Er ruft zur Teilnahme an einer Vietnam-Demonstration auf.

    Im Oktober 1967 stellt das VG Berlin aufgrund einer Klage von zwei Studenten die Rechtswidrigkeit der Vietnam-Resolution fest. Im September 1968 bestätigt das OVG Berlin diese Entscheidung.

    Senator Stein (SPD) legt einen Entwurf für ein neues Universitätsgesetz vor, der neben Reformen auch die Abschaffung der Verfaßten Studierendenschaften vorsieht. Der Konvent der FU kritisiert den Entwurf auf das schärfste: Er kündigt Widerstand gegen die Zerschlagung der Studienvertretung an. In den weitgehenden studentischen Mitbestimmungsrechten, welche das neue Gesetz dafür einräumt, sieht der Konvent nur den Versuch einer Disziplinierung durch Integration. (vgl. Konvent der FU 1969) 7

    Nach ersten Schätzungen haben heute 13.000 Studierende, SchülerInnen und LehrerInnen in Wiesbaden für ein Umdenken in der Bildungspolitik demonstriert. Zu der Demonstration aufgerufen hatten unter anderem die Organisationskomitees des Internationalen Bildungsstreiks, die hessischen Asten und die GEW. Auch in Darmstadt demonstrierten etwa 300 SchülerInnen und Studierende. Die Schülerinnen und Schüler starteten mit 4 Sternmärschen an ihren Schulen und trafen gegen 9:30 Uhr mit den Studierenden am Luisenplatz zusammen. Von dort aus bewegte sich die Demonstration über die Rheinstraße zum Hauptbahnhof, von wo aus ein Großteil der Teilnehmer mit der Regionalbahn nach Wiesbaden fuhr, um sich der Großdemonstration anzuschließen. „Die Stimmung der Demonstration war bombastisch“, beschreibt Elin Vesper vom AStA der TU Darmstadt. „Besonders freut uns, dass sich trotz des frühem Starts und des schlechten Wetters so viele Schüler und Studierende beteiligten“, ergänzt Frederik Köhler vom Komitee für freie Bildung. „Dies zeigt deutlich, dass die Demonstrierenden auch erhebliche Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, um ihrem Unmut über die gegenwärtigen Zustände im Bildungssystem Ausdruck zu verleihen.“, fügt er hinzu. Auf Flugblättern und Transparenten forderten die Demonstrierenden unter anderem freien Zugang zu Bildung und die Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren, die Stärkung der demokratischen Strukturen in den Hochschulen sowie selbstbestimmtes Lernen und Leben statt Leistungs- und Konkurrenzdruck.>

    Eberhard Diepgen erklärt 1970 im Tagesspiegel:

    “Die Studenten haben ihre ungelösten Probleme und ihre politischen Auseinandersetzungen mit der Auflösung der verfaßten Studentenschaft [...] in die allgemeine Universitätsverwaltung eingebracht. Ein allgemeinpolitisches Mandat soll jetzt von den Organen der Gesamtuniversität praktiziert werden. Der Senator für Wissenschaft und Kunst mußte bereits Äußerungen der Universitätspräsidenten zur Außenpolitik als rechtswidrig zurückweisen.” (Diepgen 1970, S.270) 4

    Die Mitbestimmungsrechte werden mit dem BVerfG-Urteil von 1973 wieder zurückgeschraubt. 1978 wird die Verfaßte Studierendenschaft in Berlin wieder eingeführt.

    Quellennachweise

    1 AStA FU Berlin 1967
    AStA der Freien Universität Berlin (Dokument 626)
    In: Lönnendonker, Fichter (Bearb.) 1975, S. 384 fBesonders im Fokus der Studierenden lag die geplante Novelle des Hessischen Hochschulgesetzes (HHG). Mit dem neuen HHG befürchten sie einen Demokratieabbau und die weitere Koue HHG setzt im wesentlichen das Gegenteil von dem um, wofür während des Bildungsstreiks im Sommer 270.000 Menschen auf die Straße gegangen sind.“, kritisiert Sebastian Ankenbequent ignoriert, sollte sie e2instellen. Wir stehen erst am Anfang eines heißen Herbstes!“

    AStA Uni Trier 1995

    Studierendenschaft besetzt das Audimax der Uni Trier

    AStA der Universität Trier: "Die Auseinandersetzung um das Allgemeinpolitische Mandat"
    www.stud.uni-giessen.de/~s567/mandat/alpoma.htm (08.01.98) Trier 1995

    3 Damerow, Furth, Greiff u.a. 1968
    Damerow, Peter; Furth, Peter; Greiff, Odo von u.a.: “Der nicht erklärte Notstand. Dokumentation und Analyse eines Berliner Sommers.” Frankfurt a. M. (Suhrkamp) 1968
    (= Kursbuch. 12)

    4 Diepgen 1970
    Diepgen, Eberhard: “Wahlkampftod einer Hochschulreform?” (Dokument 1035)
    Mit überwältigender Mehrheit hat die Vollversammlung der Studierenden die Besetzung des Audimax beschlossen. Gestärkt durch eIn: Jahn, Kleinert, Stine hitzige Diskussion über die allaadt (Bearb.) 1990, S. 270 fgemeinen Studienbedingungen stellte des größten Hörsaals der Universität Trier. Im Schulterschluss mit den Studierenden der Universitäten in Österreich und anderen deutschen Städten monieren sie die derzeitig>5

    Heinrich 1967


    Demonstration und Besetzung in Jena

    Heinrich, Klaus: "Erinnerungen an das Problem einer freien Universität"
    In: Das Argument, Jg. 1967

    6 Jahn, Kleinert, Staadt (Bearb.) 1990
    Jahn, Peter; Kleinert, Annemarie; Staadt, Jochen (Bearb.): “Hochschule im Umbruch: Die ungeliebte Reform (1969-1973)” Berlin 1990.
    (= Freie Universität Berlin 1948-1973: Teil VI)

    7 Konvent FU Berlin 1969
    Konvent der Freien Universität Berlin: “Zerschlagung der Studienvertretung durch den Berliner Senat” (Dokument 979)
    In: Lönnendonker, Fichter, Staadt (Bearb.) 1983, S. 403

    8 Lönnendonker 1988
    Lönnendonker, Siegward: “Freie Universität Berlin. Gründung einer politischen Universität.” Berlin (Duncker u. Humblot) 1988.

    9 Lönnendonker, Fichter (Bearb.) 1974
    Lönnendonker, Siegward; Fichter, Tilman (Bearb.): “Hochschule im Umbruch: Konsolidierung um jeden Preis (1949-1957)” Berlin 1974
    (= Freie Universität Berlin 1948-1973: Teil II)

    10 Lönnendonker, Fichter (Bearb.) 1974a
    Lönnendonker, Siegward; Fichter, Tilman (Bearb.): “Hochschule im Umbruch: Auf dem Weg in den Dissens (1957-1964)” Berlin 1974
    (= Freie Universität Berlin 1948-1973: Teil III)

    11 Lönnendonker, Fichter (Bearb.) 1975
    Lönnendonker, Siegward; Fichter, Tilman (Bearb.): “Hochschule im Umbruch: Die Krise (1964-1967)” Berlin 1975
    (= Freie Universität Berlin 1948-1973: Teil IV)

    12 Lönnendonker, Fichter, Staadt (Bearb.) 1983
    Heute Morgen versammelten sich in Jena etwa 2000 Studierende, SchülerInnen, Auszubildende, Lehrende und engagierte sowie interessierte Personen zur Demonstration im Rahmen des zweiten bundesweiten Bildungsstreikes 2009. Die Aktion startete mit einigen Redebeiträgen auf dem Campus der Fachhochschule Jena. Von dort aus gingen die Demonstranten zum Campus der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Stadtzentrum, wo eine zweite Kundgebung stattfand. Anschließend zogen die Studierenden der Fachhochschule und der Universität durch das Stadtgebiet. An mehreren Stellen fanden Kundgebungen statt. Als die Demonstration das Universitätshauptgebäude erreichte wollten einige Studierenden ihre KommilitonInnen zum mitmachen bewegen. Sie wurden jedoch von der Polizei am Betreten ihrer Universität gehindert. Die Studierenden machten deutlich, dass sie dies nicht akzeptieren. Personen die dennoch in das Gebäude wollten wurden von der Polizei durch den Einsatz von Gewalt am Betreten gehindert. Dies galt auch für Studierende die nicht an der Demonstration teilnahmen, sondern das Hauptgebäude der Universität lediglich betreten wollte, um an Veranstaltungen teilzunehmen. Durch diese Aktionen wurden die Studierenden also auch aktiv am Studieren gehindert. Die BeamtInnen schreckten dabei auch nicht vor dem Einsatz von Pfefferspray zurück. Studierende, die bereits in der Universität waren wurden von der Polizei festgehalten, obwohl keine Gewalt von den Studierenden ausging. Der Demonstrationszug kehrte nach diesem Vorfall geschlossen zurück zur Abschlusskundgebung auf dem Uni-Campus. Anschließend besetzten die Studierenden spontan den größten Hörsaale der Universität und zeigten sich solidarisch mit den anderen BesetzerInnen in ganz ELönnendonker, Siegwarduropa. ; Fichter, Tilman; Staadt<, Jochen (Bearb.): /p&>#8220;Hochschule im Umbruch: Gewalt und Gegengewalt (1967-1969)”

    Berlin 1983
    (= Freie Universität Berlin 1948-1973: Teil V)

    13 Sander 1966
    Sander, H.-D.: "Das ‘Berliner Modell’ sollte endlich begraben werden. (Dokument 499)
    In: Lönnendonker, Fichter (Bearb.) 1975, S. 279-281

    14 Schapals 1962
    Unbeeindruckt zog der Demonstrationszug weiter zur Abschlusskundgebung auf den Campus. Jedoch löste sich dieser spontan auf und zog durch die Hörsäle und riefSchapals: Wesen und Rech zur Solidarität auf. So fand dietsnatur der Studentenscha Abschlusskundgebung im Hörsaal 1 (Audimax) staft. Diss. 1962tt, der sofort als besetzt erkl

    ärt wurde.

    15

    FreiburgSchröder 1954

    <>p
    Schröder, Gerhard: Schreiben des Bundesinnenminister an den VDS
    nach: AStA Uni Trier 1995

    16 Thieme 1986
    Thieme: Deutsches Hochschulrecht o.O. 1986.

    Auch in Freiburg wurde lautstark protestiert. 5000 Menschen haben sich zusammengefunden, um ihre Forderungen gemeinsam auf die Straße zu tragen. Einige Studierende waren in dem besetzten Audimax der Uni Freiburg zurückgeblieben. An der heutigen Demonstration beteiligten sich noch einmal deutlich mehr Studierende als noch im Juni. Die Schülerinnen und Schüler sprachen sich gegen das gegliederte Schulsystem, Konkurrenzdruck und Turboabitur aus. Ihr Anteil war wieder erfreulich hoch, wäre aber wohl noch einmal größer gewesen, hätte es nicht im Vorfeld massive Einschüchterungen gegenüber den jungen Bildungsaktivist_innen gegeben.

    Besetzung in Bochum

    Am Tage wurde auch die Ruhr-Uni Bochum besetzt. Es wird dazu aufgerufen, die BesetzerInnen zu unterstützen.

    Flashmobs in Dresden

    Heute haben sich in der Dresdner Innenstadt 100-150 Studierende an unangemeldeten Flashmobs und daran anschließender Spontandemonstration zur Universität beteiligt. Damit sollte auf die Verwirtschaftlichung des Studiums aufmerksam gemacht werden und öffentlichkeitswirksam Kritik am Bachelor-Master-System nach außen getragen werden.

    SchülerInnen in Frankfurt blieb keine Gelegenheit für schlechte Stimmung

    1.000 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich am 17. November am Bildungsstreik in Frankfurt. Dieser fand – wie bereits die letzten Bildungsstreiks – im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche der Bildungsstreik-Bewegung statt. Sie forderten eine bessere Finanzierung der Schulen und ein Bildungssystem, in dem die Chancen nicht vom sozialen Hintergrund der Kinder und Jugendlichen abhängen. Aus Sicht der Protestierenden ist die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems, also eine Schule für alle, der entscheidende Schritt in diese Richtung. Außerdem forderten sie volle Lehrmittelfreiheit und vollständig unentgeltliche Bildung für alle.

    Im Anschluss an die Bildungsstreik-Demonstration in Frankfurt machten sich rund 200 SchülerInnen auf den Weg nach Wiesbaden, um sich an der Demonstration der streikenden LehrerInnen zu beteiligen. „Arbeitszeitverkürzung für Lehrer heißt bessere Unterrichtsbedingungen für Schüler“, so Olaf Matthes vom Frankfurter Jugendbündnis auf der Abschlusskundgebung in Frankfurt. Deshalb unterstütze das Jugendbündnis, dass den Streik maßgeblich mitorganisiert hat, die Forderungen der streikenden LehrerInnen und ihrer Gewerkschaft GEW.

    Trotz teilweise starkem Regen blieb keine Gelegenheit für schlechte Stimmung. Der Frankfurter Bildungsstreik bekam lautstarke Unterstützung von dem linken Hamburger Rapper Holger Burner. Mit politischem Hiphop und Sprechchören machte die Demonstration auf sich aufmerksam. Mit Parolen wie „Bildung nur für Reiche – nur über meine Leiche!“ oder „Bildung für alle – und zwar umsonst!“ zog sie durch die Stadt.

    Gewerkschaften unterstützen die Forderungen von Studierenden und SchülerInnen

    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Forderung der Studierenden, Schülerinnen und Schüler nach besserer Bildung für alle Menschen in diesem Land. “Die Bildungsgewerkschaft erklärt sich solidarisch mit den jungen Leuten: Die Bundesrepublik braucht eine Kehrtwende in der Bildungspolitik”, sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Dienstag in Frankfurt a.M. mit Blick auf den bundesweiten “Bildungsstreik”. "Bildungsarmut zu bekämpfen, Chancengleichheit herzustellen und gute Bildung für alle Menschen zu garantieren: Das sind die gesellschaftlichen Herausforderungen, die gelöst werden müssen. Das gilt gerade jetzt, da die schwarz-gelbe Koalition verstärkt auf Privatisierungen im Bildungsbereich setzt und nur ihre Wählerklientel aus dem Bürgertum und der Gruppe der Besserverdienenden mit Wohltaten pampert."

    SDS setzt Schavan ein Ultimatum

    Der SDS betont, dass es nicht reiche, wenn Bildungsministerin Schavan (CDU) „Verständnis“ äußert und gleichzeitig die Verantwortung an ihre Länderkollegen abschiebt. Die neue Bundesregierung müsse deutlich machen, ob sie die Forderungen nach einem Kurswechsel in der Hochschulpolitik ernst nimmt oder es auf eine Eskalation ankommen lassen will. Als ersten Schritt solle sich Schavan zu folgenden Forderungen bekennen:

    1. Sofortprogramm zur Ausfinanzierung der Bildung an Schulen und Hochschulen in Höhe von 40 Mrd Euro. (So viel ist nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung notwendig, um die dringendsten Mängel zu beheben.)
    2. Abschaffung bzw. Verbot von Studiengebühren in jeglicher Form
    3. Master als Regelabschluss für alle als ersten Schritt zur Überwindung des BA/MA-Systems sowie die Überarbeitung der unstudierbaren Bachelorstudiengänge unter Mitwirkung der Bildungsstreikenden
    4. Sofortige Ausweitung der Berechtigung und Bezugsdauer des Bafögs sowie sofortige Erhöhung der Bezugsdauer des Kindergelds auf 27 Jahre als erster Schritt hin zu einem Studienhonorar anstatt schwarz-gelbem Stipendien- und Kreditsystem

    Wie weiter?

    Anfang Dezember wird eine weitere bundesweite Bildungsstreikwoche stattfinden. Verschiedene Aktionen sind bereits geplant und gründen sich auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Missständen des Bildungssystems.

    Am 10. Dezember 2009 findet im Wissenschaftszentrum in Bonn die Kultusminister_innenkonferenz statt, bei der alle 16 Minister_innen zusammenkommen.
    Es ist nicht absehbar, dass diese sich dabei wirklich ernsthaft auf die Forderungen der Schüler_innen und Studierenden zu bewegen werden. Dies nimmt die Bundesweite Projektgruppe Bildungsstreik zum Anlass, um erneut zu einer Demonstration und friedlichen Blockade der KMK aufzurufen. Das Motto lautet: “Kultusminister_innen nachsitzen!”.

    UPDATE: Besetzungen und kein Ende

    Es kommen Meldungen herein, dass die Schweizer Universitäten Bern, Genf und Zürich besetzt seien. Ebenfalls neu besetzt sind die Universitäten in Saarbrücken, Köln, Bochum, Nürnberg-Erlangen, Kaiserslautern, Augsburg, Erfurt, Passau, Karlsruhe, Bamberg, Braunschweig und Siegen. Besetzt wurden auch die Fachhochschule Potsdam, die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, die HBK Braunschweig. Schließlich wurden die Universitäten Münster und Tübingen wieder-besetzt.

    Diese Newsmeldungen könnten Dich auch interessieren:

Infobox:

Leute, esst Scheiße, 10 Millionen Fliegen können nicht irren!
(Volksmund)