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Pressemitteilung / 21. March 2010 - 23:00 Uhr

Marburger Universitätspräsidum neu gewählt

Handschellen

Heute wurde durch den Erweiterten Senat der Philipps Universität-Marburg der verbleibende Platz im Präsidium besetzt. Der AStA der Uni Marburg steht dem neu gewählten Präsidium kritisch gegenüber und stellt das Wahlverfahren insgesamt in Frage.

Frau Prof. Krause wurde bereits am 30.11.2009 zur Präsidentin, Herr Prof. Schachtner und Herr Prof. Lachnit am 08.02.2010 als Vizepräsidenten in ihre Ämter gewählt.
Heute nun wurde vom Senat der Philipps Universität Herr Prof. Bremmer in das Vizepräsidentenamt für Forschung und Wissenstransfer gewählt. Er war der einzige vom Präsidium vorgeschlagene Kandidat.

Unabhängig von der persönlichen universitären Qualifikation des neuen Präsidiums hält der AStA der Philipps Universität Marburg als von allen Studierenden demokratisch legitimierte Institution das Wahlverfahren für eine Farce. Die ProfessorInnen haben im Senat eine breite vom Hessischen Hochschulgesetz festgeschriebene Mehrheit gegenüber den Gruppen der Technisch-Administrativen Beschäftigten, den Wissenschaftlichen MitarbeiterInnen (dem sog. Mittelbau) und den ca. 21 000 Studierenden.

Josephine Bergmeier (Stellvt. AStA-Vorsitzende, Demokratische Linke): „Es ist eine Farce wenn man betrachtet, dass eine der kleinsten Gruppen in der Universität über die Köpfe aller anderen hinweg alle wichtigen Entscheidungen treffen kann. Mit einer demokratischen Wahl hat dies nicht viel gemein. Dennoch freuen wir uns, dass ganze Präsidium nun Stellung zu den Forderungen der Studierenden nehmen kann.“

Laura Jäkel (Finanzreferentin, Grüne Hochschulgruppe): „Wir befürchten, dass Frau Prof. Krause als neue Präsidentin und alte Vizepräsidentin unter Prof. Nienhaus dessen Linie der Kürzungen im Rahmen einer Sachzwanglogik aufrecht erhalten wird. Wir als VertreterInnen der Studierenden sehen weiterhin vor allem die Lehre in ihrer Qualität bedroht. Hörsäle platzen aus allen Nähten. Seminare finden mit über hundert Personen statt und einzelne Institute müssen um ihre Existenz bangen.“

Stefanie Fritz (AStA-Vorsitzende, Grüne Hochschulgruppe): „Wir erwarten mit Zuversicht, dass Frau Krause alle sog. nicht Professoralen besser in die Entscheidungen einbeziehen wird. Gleichzeitig bedauern und kritisieren wir die faktische Abschaffung der VizepräsidentIn für Gleichstellung und sind verwundert, dass es angeblich keine qualifizierten weiblichen Kandidatinnen für das Vizepräsidium gab.“

Organisationen:

Die Stärke der Linken kann heute genau in diesen kleinen konkurrierenden Protestgruppen liegen, die an vielen Stellen gleichzeitig aktiv sind, in einer Art von politischer Guerillabewegung im Frieden oder im sogenannten Frieden, aber - und das ist, glaube ich, der wichtigste Punkt - in kleinen Gruppen, die sich auf lokale Aktivitäten konzentrieren und in denen sich das ankündigt, was aller Wahrscheinlichkeit nach die Basisorganisation des libertären Sozialismus sein wird, nämlich kleine Räte von Hand- und Kopfarbeitern - von Sowjets, wenn man dieses Wort noch benutzen kann und nicht daran denkt was mit den Sowjets tatsächlich passiert ist -, etwas, das ich, und das meine ich ganz ernst, als organisierte Spontaneität bezeichnen würde.
(Herbert Marcuse)