Themen


Dossiers


Pressemitteilung / 26. November 2009

Resolution der Studierenden der Philipps-Universität Marburg

Bildungsstreik 2009

Die Studierenden der Philipps-Universität Marburg verabschiedeten in ihrer Vollversammlung mit überragender Mehrheit eine Resolution. Die Forderungen der knapp 600 Teilnehmer_innen richten sich an die designierte Nachfolge von Präsident Volker Nienhaus, dessen Nachwahl am nächsten Montag ansteht. Das Präsidium des Studierenden-Parlaments wird nach der Wahl die Resolution in der Alten Aula überreichen. Schriftliche Stellungnahme zu den Forderungen erwarten die Studierenden bis zum 1.1.2010.

Die Studierenden fordern vom neuen Uni-Präsidium sich zu verpflichten:

  1. den Senat als oberstes Beschluss fassendes Gremium der Universität anzusehen und sich an Beschlüsse der Fachbereiche, insbesondere Berufungskommissionen zu halten.
  2. die fünf Hochschulratsmitglieder durch alle Mitglieder der Universität wählen zu lassen. Die Auswahl der Bewerber_innen folgt dann über den zentralen Wahlvorstand.
  3. keine Prüfungs- & Studienordnungen zu ratifizieren, bei denen die Zulassung für den Master an die BA-Note geknüpft ist.
  4. alle bislang unbesetzten Stellen in der Lehre zu besetzen und einen Ausbau des Exportmodulangebots & interdisziplinären Veranstaltungen zu fördern.
  5. bei der weiteren Planung und Ausbau der Campi alle Statusgruppen paritätisch einzubeziehen. Wir fordern Ausbau der Lahnberge-Infrastruktur, und Zusicherung von Räumlichkeiten für jede Fachschaft.
  6. die Prüfungsämter personell aufzuwerten.
  7. die kommerziellen Werbeflächen an der Uni abzuschaffen und die frei werdenden und vorhandenen Flächen bedingungslos für studentische Angelegenheiten zur Verfügung zu stellen, um die Grundlage für eine freie Meinungsäußerung zu erhalten.
  8. die Kompetenz der Fachbereiche anzuerkennen. Fachbereiche müssen maßgeblich mit einbezogen werden und ein Stimmrecht in allen sie betreffenden Entscheidungen erhalten.
  9. Im Zuge der Exzellenzinitiative dürfen keine “nicht gewinnbringenden” Fachbereiche geschlossen werden. Die Fächervielfalt muss gewahrt werden.

Das Präsidium distanziert sich von religiös-fundamentalistischen,
homophoben, sexistischen und rechts-radikalen Positionen und gibt
ihnen kein Forum und fördert kritische Wissenschaft und Forschung.

Das Präsidium wirkt auf einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte hin.

Das Präsidium verpflichtet sich weiterhin Gelder für die Wahl der
verfassten Studierendenschaft bereit zu stellen.

Das Präsidium verzichtet auf Anwendung des Ordnungsparagraphen.

Die designierte Nachfolge des derzeitigen Uni-Präsidenten Nienhaus
bezieht bis zum 01.01.2010 Stellung zu diesen Forderungen.

Das was geschieht, geschieht nicht, weil einige es wollen das es geschieht, sondern weil die Mehrzahl der Menschen ihren Willen ausschaltet und es geschehen lässt.
(Gramsci)